Quellen zum Totengedenken: "Leidhelgeli"

Leidhelgeli, Leidbild, Leidbildchen, Totenbild, Sterbebild und Sterbezettel, Trauerbild und Trauerzettel, Leichenzettel, Grabzettel:
Die Namen für die Bildchen, die als Andenken an Verstorbene verteilt werden, variieren je nach Region. Im Kanton Luzern ist der Begriff  "Leidhelgeli" gebräuchlich.

Leidhelgeli werden zum Anlass des Begräbnisses an die anwesenden Trauergäste verteilt oder später der Danksagung beigelegt und per Post verschickt. Es handelt sich um ein- bis vierseitig im Papierformat DIN-A-7 gedruckte Zettel. Bei mehrseitigen Leidhelgeli wird auf der ersten Seite häufig ein Heiligenbild oder auch ein Bild des Verstorbenen abgedruckt, mit den Lebensdaten und manchmal einigen biographische Angaben. Dazu kommt ein Text aus der Bibel, ein Gebet, manchmal auch ein Hinweis auf einen Ablass.

Vorläufer der uns bekannten Leidhelgeli finden sich bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in den Niederlanden, seit dem späten 18. Jahrhundert auch in Deutschland. Das früheste Exemplar in der Schweiz stammt aus dem Jahr 1851.

Leidhelgeli

Die Zettel lagen im (eigenen) Messbuch und dienten der Fürbitte. Heute dienen sie mehr dem Andenken. Obwohl in grossen Mengen gedruckt, ist ihre Überlieferung eher zufällig: Die Leidhelgeli verschwinden nach Gebrauch in irgendeiner Schublade oder Kartonschachtel. Nach Jahren werden sie dann weggeworfen. In den öffentlichen Archiven findet man sie meistens nur als Einzelstücke in Nachlässen.

Zu vielen Personen sind die Leidhelgeli häufig die einzige Bildquelle. Da sie (im Gegensatz zu anderen Familienfotos) meistens beschriftet sind, lassen sich die abgebildeten Personen eher identifizieren.

 
Quellen

Im Staatsarchiv Luzern findet man nur vereinzelte Beispiele, z.B. mit dem Suchbegriff "Totenbilder"

Ergiebiger sind die Sammlungen im Internet, z.B.

Leidhelgeli
  • Das Portrait Archiv der Zentralschweizer Gesellschaft für Familienforschung (über 171'000 Bilder, Stand April 2017)
  • Die Sammlung digitalisierter Leidbilder  im Staatsarchiv Schwyz > Fotosammlung (über 18'000 Bilder, Stand Februar 2015).
  • Das Haus zum Dolder in Beromünster widmete seine Sonderausstellung 2011 "Zum frommen Andenken" seiner Sammlung von Leidbildern. Das alphabetische Verzeichnis zur Sammlung der 1'200 Leidhelgeli im Dolderhaus ist online verfügbar

Literatur

  • Zum frommen Andenken. Leidhelgeli / Sterbebildchen in der Sammlung Dr. Edmund Müller. Beromünster 2011 (=Kostbarkeiten aus dem Dolderhaus, Heft 12)
    In der Bibliothek des Staatsarchivs unter der Signatur H 258:12

  • Christen, Matthias. Die letzten Bilder: Tod, Erinnerung und Fotografie in der Zentralschweiz. Baden 2010
    In der Bibliothek des Staatsarchivs unter der Signatur C.h 463

Weitere Informationen im Internet:

wikipedia oder GenWiki zum Begriff Totenzettel und mit Verweisen auf die umfangreichen deutschen Sammlungen von Totenzetteln .

Aus dem Bereich des Totengedenkens bieten sich weitere Quellen an, z.B.

Leidhelgeli
Leidhelgeli
Leidhelgeli
Leidhelgeli
Leidhelgeli

Abbildungen aus: Nachlass Josef Bütler im Staatsarchiv Luzern (Signatur PA 223), hier aus PA 223/9 und PA 223/11