Fischer hinterliess nicht nur seine Konkursmasse, sondern mutmasslich auch eine uneheliche Tochter. Eine Magd aus der Gegend hatte eine Vaterschaftsklage gegen ihn gewonnen, sodass er zur Zahlung von Kinderalimenten für die kleine Paulina verpflichtet wurde (Signatur XF 9/39). Statt seine Schulden zu begleichen und seine uneheliche Tochter anzuerkennen, verschwand Fischer. Aus den Hypothekarprotokollen geht hervor, dass der jüngere Bruder Johann das nötige Kapital aufgetrieben hatte, um Untergattwil zu kaufen und Josefs Gläubiger auszuzahlen (Signatur ZF 4/21). Johann führte den Hof gemeinsam mit Bruder Anton weiter, während Josef Fischer sich eine neue Existenz in Kanada aufbaute.
Die staatlichen Akten sowohl in Luzern wie auch in Welland-Ontario zeichnen ein skizzenhaftes Bild. Während Fragen nach Grundbesitz seit jeher gut dokumentiert werden, sind Zeugnisse über Familienverhältnisse selten und oftmals nur zufällig erhalten geblieben. Für Familienforschende bedeutet das, dass sie entlang staatlicher Akten recherchieren und zwischen den Zeilen lesen müssen. Auch in diesem Fall schweigen die Quellen über die mutmassliche Tochter, aber Untergattwil findet Jahrzehnte später seinen Weg zurück in Josef Fischers Leben.
Fortsetzung folgt Teil 2: Der Blick zurück