Luzerner Grossratsbiografien

Seit 1803 haben über 2600 Männer und 165 Frauen dem Luzerner Grossen Rat, heute Kantonsrat, angehört. Von etlichen dieser Personen sind bis heute weder genaue Lebens- noch Amts- oder weitere Karrieredaten bekannt. Im Projekt Luzerner Grossratsbiografien werden in einem ersten Teil die entsprechenden Daten für die Jahre 1803 bis 2007 durch Recherchen und Fragebogen erhoben und in einem zweiten Teil kollektivbiografisch ausgewertet, um einzelne Typen und Karrieremuster der Luzerner Grossratsmitglieder fassbar zu machen. Das Jahr 1803 ergibt sich als Startpunkt, da damals mit der Mediationsakte die verfassungsmässigen Grundlagen für ein kantonales Parlament geschaffen wurden. Den Endpunkt der Studie stellt der 1. Januar 2008 mit dem Inkrafttreten der neuen Luzerner Verfassung dar.

Die Erarbeitung von grundlegenden Daten der Angehörigen des Grossen Rates ist die Antwort auf praktische Bedürfnisse von Forscherinnen und Forschern, der Politik, Medienschaffenden, jedoch auch einem weiteren Publikum. Die entstehende Datenbank bildet für weite Bereiche der luzernischen Geschichtsforschung eine sehr wichtige Grundlage, indem sie bestehende Quellen kritisch evaluiert, verknüpft, ergänzt und benutzerfreundlich aufbereitet. Die Aufarbeitung dieser Daten bildet die Grundlage für weitere Einblicke in die Geschichte des Kantons und dient der Öffentlichkeit auch ganz praktisch. Der Kanton Luzern wird der erste Kanton der Schweiz sein, der mit der online-Aufschaltung einer derart ausführlichen und vollständigen Liste der Grossräte im genannten Zeitraum aufwarten kann.