Lesen von handschriftlichen Texten

Die überwiegende Mehrheit der archivischen Quellen wurden von Hand geschrieben. Schriftbild und die deutsche Sprache haben sich im Lauf der Jahrhunderte verändert.

Acht Goldene Regeln

  1. Übung macht den Meister
    Gewandtheit im Lesen kann nur durch regelmässiges Üben erreicht werden.
  2. Separate Transkriptionen herstellen
    Transkriptionen (Umschriften) immer auf ein separates Blatt und nicht direkt auf die Kopie des Textes schreiben.
  3. Seiten und Zeilen numerieren
    Auf dem Text und der Transkription Seiten und Zeilen numerieren; dies erleichtert den direkten Vergleich.
  4. Auf Bekanntem aufbauen
    Auf den ersten Blick unbekannte Buchstaben durch Vergleich mit dem bereits gelesenen und verstandenen Text erschliessen.
  5. Alles hat einen Sinn
    Nicht am einzelnen Buchstaben oder Wort kleben bleiben, sondern Unverständliches aus dem Zusammenhang zu erschliessen versuchen. Der Text muss einen Sinn ergeben, also immer die ganzen Sätze und den ganzen Text berücksichtigen.
  6. Vergessen Sie den Duden
    Erwarten Sie keine «korrekte» Grammatik, Orthographie und Interpunktion; diese werden erst im 19. Jahrhundert verbindlich reglementiert. Dialektale Färbung und Dialektausdrücke kommen häufig vor.
  7. Es gibt Hilfsmittel
    Die richtige Verwendung der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel (Wörterbücher, Nachschlagewerke) erleichtert den Umgang mit schwierigen Texten.
  8. Laut lesen kann helfen
    Dialektausdrücke, Fremdwörter und Namen werden oft erst durch lautes Lesen verständlich.