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Auszug aus dem Reisebuch
Corraggionis und Troxlers [1]
Den 4ten October sahen wir zum ersten Mahl die Gränz-
stadt unsres Vatterlandes: Basel. Ihre Lage
und Bauart sind zu bekant, als das wir uns über sie
einlaßen solten. Wir gehen zum literarischen
Zustand dieser ehedem blühenden Universitätsstadt
über. Herr Pfarrer Huber bott uns seine gefälli-
ge Hand, um uns auf die wichtigsten Gegenstände
zu leiten. Der erste, so einem Fremden mit
Stolz gewiesen wird, ist die Universitätsbibliothek
in dem Gebäude, wo einst das berühmte Basler
Concilium[2] gehalten worden. Der Saal, in dem
der Act vorbey gieng, ist nun voll von einer un-
zähligen Büchersammlung, welche näher zu durch-
gehen unsre Zeit nicht gönnte.
Nun zeigte man uns in einem untern Gemache,
das verschiedne Seltenheiten enthielt, ein Werk
von Erasmus, [3] mit Federzeichnungen von Holbein,[4]
das bekannte Laus Stultitiae.[5] Der Bibliotheksauf-
seher, Professor Herzog,[6] machte uns aufmerksam
auf eine Darstellung des Verfaßers, bey wel-
cher dieser selbst ausrief: O he, si Erasmus
adhuc talis eßet, profecto duceret uxorem![ 7]
[1] Ignaz Vital Paul Troxler.
[2] Konzil von Basel, 1431-1448.
[3] Erasmus von Rotterdam hielt sich 1521-1529 in Basel auf und starb hier 1536. HBLS II, S. 50.
[4] Hans Holbein d. J., 1497-1543, v.a. 1514-1526 in Basel tätig.
[5] Lob der Torheit.
[6] Johann Wernhard Herzog, 1726-1815, mehrmals Rektor der Universität Basel. HBLS IV, S. 204.
[7] Wenn Erasmus noch so wäre, würde er gewiss heiraten!