Zeitungen im Staatsarchiv

Zeitungen als "Sekundenzeiger" der Geschichte sind eine wichtige historische Quelle. Für die Aufbewahrung der Luzerner Zeitungen ist in erster Linie die ZHB zuständig. Die Tageszeitungen sind in der Zentral- und Hochschulbibliothek auf Mikrofilm oder am Bildschirm einsehbar .

Die lückenhaften Lokalzeitungs-Bestände der ZHB wurden vom Staatsarchiv nach Möglichkeit durch an Drittorten vorhandene Bestände ergänzt und auf Mikrofilm gesichert. Die Filme sind im Staatsarchiv im Bestand FA 200 bestellbar :

Zwei der Mikrofilme wurden im Rahmen eines Pilotprojekts digitalisiert.

Der Hinterländer
Der Hinterländer

Sie sehen hier als erstes Beispiel eine Ausgabe der ersten Willisauer Lokalzeitung "Der Hinterländer“ (Nr. 7 vom 16. April 1851)

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Ein Grossteil der Presse war im 19. und weit bis ins 20. Jahrhundert hinein ausgesprochen politisch geprägt. "Der Hinterländer“ wurde durch den Buchdrucker Konrad Kneubühler als Organ der Willisauer Liberalen gegründet und bekämpfte die konservativen "Roten“. Er geriet dann aber bald auch in Opposition zur freisinnigen Luzerner Regierung, der er zu wenig Einsatz für die Randregion Hinterland vorwarf.

Auffallend ist die unverblümte Beschimpfung der politischen Gegner, v. a. in den mit "Eingesandt“ bezeichneten Artikeln.

Neben der kantonalen Politik finden sich auch Nachrichten aus dem Ausland sowie vereinzelte Sensationsmeldungen, wie sie schon in der Entstehungszeit des Mediums Zeitung im frühen 17. Jahrhundert auftraten.

Bildliche Elemente gibt es nur als Klischees in den noch recht seltenen Anzeigen.

Luzerner Landbote
Luzerner Landbote

Sie sehen hier als zweites Beispiel Ausschnitte aus der letzten Ausgabe der Surseer Lokalzeitung "Luzerner Landbote" (Nr. 52 vom 28. Dezember 1995)

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Als Folge der Fusion zwischen den beiden Tageszeitungen Luzerner Neuste Nachrichten (LNN) und Luzerner Zeitung wurde auch der dem Ringier-Verlag gehörende "Luzerner Landbote" auf Ende Dezember 1995 eingestellt. Dem Publikum wurde die seit 1992 erscheinende "Surseer Woche" empfohlen.

Der seit 1992 teilweise mit farbigen Bildern gedruckte "Luzerner Landbote" brachte in seiner letzten Ausgabe einen Rückblick über seine wechselvolle Geschichte.